Samstag, 25. Mai 2013

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Staat und Gesellschaft

Ich möchte meinen ersten inhaltlichen Beitrag einem allgemeinem Thema widmen, welches mir immer wieder begegnet, und zu dem eine anerkannte, aber höchst fragwürdige Positionen besteht.

Liberale Vertreter und Parteien, am deutlichsten die US-amerikanischen Republikaner, werden nicht müde vor einem bösen Feind zu warnen: dem Staat.
Dabei kann diese Einstellung wohl kaum im Sinne des Erfinders sein. Wer die Entwicklung der demokratischen Staatstheorie betrachtet stellt schnell fest, dass der Staat nichts anderes ist, als die Äußerung, die Manifestierung der Gesellschaft. Die liberale Räson der Angst vor dem Staat ist also im Grunde eine Angst vor der Gesellschaft und damit vor sich selbst. Die Angst betrifft in erster Linie das höchste, was der Liberale kennt: das Privateigentum. Dieses zu schützen, muss Aufgabe des Staates sein, wie kann jener also es den Bürgern wegnehmen?
Diese Frage zu betrachten fordert allerdings eine Auseinandersetzung mit der Basis dieser Anschauung. Dem Privateigentum. Was ist es? Woher kommt das Recht, etwas alleine und ausschließlich zu besitzen? Die einfachste Antwort darauf lautet, dass man es sich durch Arbeit verdient hat. Als Beispiel möchte ich hier Bill Gates anführen, einen der reichsten Menschen des Planeten. Sicherlich hat er mit Windows quasi jeden Menschen beeinflusst und jeder "profitiert" von seiner Erfindung, aber ist das gleichzusetzen mit "Verdienst"? Die Liberale Idee geht davon aus, dass er es verdient hat, weil er es mit seiner Hände Arbeit hergestellt hat, er also individuell etwas geleistet hat. Aber man stelle sich vor, der junge Bill wäre als Kleinkind von einem, von der Moderne unbeeinflussten, Stamm aufgezogen worden. Hätte er dennoch Windows erfunden? Ohne es zu wissen, ist es doch zu bezweifeln. Wo ist da also der Unterschied? Es ist die Gesellschaft in der er lebt, die ihn erzieht, bildet und versorgt. Ohne die Vielzahl Menschen, welche über sein Leben hinweg Einfluss auf ihn ausübten, wäre diese Erfindung also nicht möglich gewesen. Damit meine ich nicht nur alle vorherigen Erfindungen, die direkt Einfluss auf ihn hatten, die Tastatur, der Computer, die Elektrizität an sich. Ohne die sozialen Einflüsse von Familie, Freunden, sogar Fremden, die nur einmal mit ihm geredet haben, wäre er wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen eine solche Software zu produzieren.
Und selbst wenn, hätte die Gesellschaft ihn belächelt und keiner hätte etwas für seine Erfindung bezahlt, wäre er, ohne dass sich sonst etwas geändert hätte, nicht mehr so reich. Der bezahlte Preis ist in diesem Fall offensichtlich kein Maß für den inneren Wert seines Produkts. Also ist es auch in dieser Realität, in der Bill Gates Multimilliardär ist, vielleicht keines.

Sicherlich war die Erfindung von Windows eine der wichtigsten für die aktuelle Realität unserer Gesellschaft, aber ich möchte ein Auge dafür öffnen, dass Entwicklungen, Ideen, Erfindungen usw. möglicherweise nicht nur als individuelle, sondern kollektive Errungenschaften betrachtet werden können.

Demnach ist der Besitz, den man "besitzt", nicht immer gleich Eigentum, sondern ein gesellschaftliches Produkt, das verteilt wurde. Wodurch sich die Erkenntnis ergibt, dass Einnahmen des Staates, z.B. durch Steuern, weniger Diebstahl, als Ausgleich der ungleichen, fehlerhaften Verteilung durch den Markt darstellen.

Ich möchte diese Sicht nicht als die einzige Wahrheit verkünden, nur den Blick dafür schärfen, dass es noch etwas anderes als den liberalen Individualismus gibt. Ich möchte mit meiner Hypothese nicht direkt die Politik verändern, sondern vielmehr die Denkweise des Einzelnen. Jeder sollte sich, neben der liberalen Sichtweise, andere Modelle suchen und sie in die eigene Entscheidung und Haltung einbeziehen. Weder das eine noch das andere hat einen absoluten Wahrheitsanspruch, aber plurale Erklärungsmöglichkeiten weiten den Blick, um eine eigene Entscheidung fällen zu können und auf gemeinsamer Basis in einer Diskussion zu einem Konsens zu kommen.

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Outline

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, welches Format ich hier verfolge. Der Plan ist bis jetzt, dass ich aktuelle Themen, oder konkrete Artikel usw., kommentiere. Dabei möchte ich entweder einen möglichst breiten Blick auf verschiedenste Erklärungsansätze geben, oder einen klaren Gegenstandpunkt gegen herrschende Meinung geben. Ich möchte deutlich machen, dass es nie nur eine Möglichkeit gibt etwas zu erklären und daher möchte ich bei solchen "Konfrontationsartikeln" provozieren, um Gegensätze zu erzeugen.

Ich werde mir dabei allerdings, ganz im Sinne meines Themas, noch Gedanken darüber machen...

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Willkommen,

dies soll ein Aufruf sein, sich über aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussionen eine Meinung zu bilden. Demokratie, wie ich sie verstehe, lebt davon, dass Meinungen nicht nur über Wahlzettel geäußert werden. Ohne einen freien Austausch der Gedanken ist auch die demokratischste Verfassung nutzlos. Doch ist dies nicht von staatlicher Seite zu erreichen. Einen Zwang zur Diskussion kann wohl keiner befürworten. Vielmehr ist dies eine Kultur, welche vom einzelnen Menschen ausgehen muss. Die Meinungsfreiheit als Grundlage und die Technik als Mittel, müssten die politische Diskussion eigentlich auf ein neues Niveau heben. Leider scheint, verkörpert durch den bekannten "shitstorm", genau das Gegenteil der Fall zu sein. Meinungen, im Affekt gebildet, stoßen auf eine große Masse. Zeit den eigenen Beitrag gründlich zu überdenken wird vernachlässigt, was zu einer Vielzahl entgegengestellter Annahmen ohne inhaltliche Diskussion führt.
Der erste Punkt eines offenen Meinungsaustausches sollte es demnach sein, zu erkennen, dass es meist kein "richtig" und "falsch" gibt. Eine Theorie lebt von ihren Herausforderungen und so ist jedes kontra ein Schritt in die richtige Richtung.
Damit meine ich in erster Hinsicht nicht den Gegenstandpunkt einer anderen Person, sondern es fängt schon in den eigenen Gedanken an. Sich selbst zu hinterfragen, kritisch zum Wahrheitsgehalt der eigenen Meinung zu stehen, ist eine Grundvoraussetzung kultivierter Diskurse.

Leider gibt es im heutigen Bildungs- und Mediensystem kaum noch Möglichkeiten, sich frei und plural zu informieren. "Nachrichten"-Sendungen und Diskussionsrunden verbreiten den Anschein einer breiten Bildung, doch wirklich kritisches Denken geht viel tiefer. Der Bürger wird, ob gewollt oder nicht, in seiner Bildung soweit eingeschränkt, dass jedes Grau schon als Höhepunkt der Schwarz-Weiß-Debatte gefeiert wird. Den Höhepunkt bildet die "alternativlose" Politik der "Volksparteien". Unabhängig von den konkreten Entscheidungen, ist diese scharmlose Zurschaustellung demokratisch-legitimierter Willkür beispiellos.

Ich möchte daher hiermit einen Anreiz schaffen, offene Deliberation zu betreiben, um so die Gesellschaft aktiv gestalten zu können.

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