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Staat und Gesellschaft
Ich möchte meinen ersten inhaltlichen Beitrag einem allgemeinem Thema widmen, welches mir immer wieder begegnet, und zu dem eine anerkannte, aber höchst fragwürdige Positionen besteht.
Liberale Vertreter und Parteien, am deutlichsten die US-amerikanischen Republikaner, werden nicht müde vor einem bösen Feind zu warnen: dem Staat.
Dabei kann diese Einstellung wohl kaum im Sinne des Erfinders sein. Wer die Entwicklung der demokratischen Staatstheorie betrachtet stellt schnell fest, dass der Staat nichts anderes ist, als die Äußerung, die Manifestierung der Gesellschaft. Die liberale Räson der Angst vor dem Staat ist also im Grunde eine Angst vor der Gesellschaft und damit vor sich selbst. Die Angst betrifft in erster Linie das höchste, was der Liberale kennt: das Privateigentum. Dieses zu schützen, muss Aufgabe des Staates sein, wie kann jener also es den Bürgern wegnehmen?
Diese Frage zu betrachten fordert allerdings eine Auseinandersetzung mit der Basis dieser Anschauung. Dem Privateigentum. Was ist es? Woher kommt das Recht, etwas alleine und ausschließlich zu besitzen? Die einfachste Antwort darauf lautet, dass man es sich durch Arbeit verdient hat. Als Beispiel möchte ich hier Bill Gates anführen, einen der reichsten Menschen des Planeten. Sicherlich hat er mit Windows quasi jeden Menschen beeinflusst und jeder "profitiert" von seiner Erfindung, aber ist das gleichzusetzen mit "Verdienst"? Die Liberale Idee geht davon aus, dass er es verdient hat, weil er es mit seiner Hände Arbeit hergestellt hat, er also individuell etwas geleistet hat. Aber man stelle sich vor, der junge Bill wäre als Kleinkind von einem, von der Moderne unbeeinflussten, Stamm aufgezogen worden. Hätte er dennoch Windows erfunden? Ohne es zu wissen, ist es doch zu bezweifeln. Wo ist da also der Unterschied? Es ist die Gesellschaft in der er lebt, die ihn erzieht, bildet und versorgt. Ohne die Vielzahl Menschen, welche über sein Leben hinweg Einfluss auf ihn ausübten, wäre diese Erfindung also nicht möglich gewesen. Damit meine ich nicht nur alle vorherigen Erfindungen, die direkt Einfluss auf ihn hatten, die Tastatur, der Computer, die Elektrizität an sich. Ohne die sozialen Einflüsse von Familie, Freunden, sogar Fremden, die nur einmal mit ihm geredet haben, wäre er wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen eine solche Software zu produzieren.
Und selbst wenn, hätte die Gesellschaft ihn belächelt und keiner hätte etwas für seine Erfindung bezahlt, wäre er, ohne dass sich sonst etwas geändert hätte, nicht mehr so reich. Der bezahlte Preis ist in diesem Fall offensichtlich kein Maß für den inneren Wert seines Produkts. Also ist es auch in dieser Realität, in der Bill Gates Multimilliardär ist, vielleicht keines.
Sicherlich war die Erfindung von Windows eine der wichtigsten für die aktuelle Realität unserer Gesellschaft, aber ich möchte ein Auge dafür öffnen, dass Entwicklungen, Ideen, Erfindungen usw. möglicherweise nicht nur als individuelle, sondern kollektive Errungenschaften betrachtet werden können.
Demnach ist der Besitz, den man "besitzt", nicht immer gleich Eigentum, sondern ein gesellschaftliches Produkt, das verteilt wurde. Wodurch sich die Erkenntnis ergibt, dass Einnahmen des Staates, z.B. durch Steuern, weniger Diebstahl, als Ausgleich der ungleichen, fehlerhaften Verteilung durch den Markt darstellen.
Ich möchte diese Sicht nicht als die einzige Wahrheit verkünden, nur den Blick dafür schärfen, dass es noch etwas anderes als den liberalen Individualismus gibt. Ich möchte mit meiner Hypothese nicht direkt die Politik verändern, sondern vielmehr die Denkweise des Einzelnen. Jeder sollte sich, neben der liberalen Sichtweise, andere Modelle suchen und sie in die eigene Entscheidung und Haltung einbeziehen. Weder das eine noch das andere hat einen absoluten Wahrheitsanspruch, aber plurale Erklärungsmöglichkeiten weiten den Blick, um eine eigene Entscheidung fällen zu können und auf gemeinsamer Basis in einer Diskussion zu einem Konsens zu kommen.
Ich möchte meinen ersten inhaltlichen Beitrag einem allgemeinem Thema widmen, welches mir immer wieder begegnet, und zu dem eine anerkannte, aber höchst fragwürdige Positionen besteht.
Liberale Vertreter und Parteien, am deutlichsten die US-amerikanischen Republikaner, werden nicht müde vor einem bösen Feind zu warnen: dem Staat.
Dabei kann diese Einstellung wohl kaum im Sinne des Erfinders sein. Wer die Entwicklung der demokratischen Staatstheorie betrachtet stellt schnell fest, dass der Staat nichts anderes ist, als die Äußerung, die Manifestierung der Gesellschaft. Die liberale Räson der Angst vor dem Staat ist also im Grunde eine Angst vor der Gesellschaft und damit vor sich selbst. Die Angst betrifft in erster Linie das höchste, was der Liberale kennt: das Privateigentum. Dieses zu schützen, muss Aufgabe des Staates sein, wie kann jener also es den Bürgern wegnehmen?
Diese Frage zu betrachten fordert allerdings eine Auseinandersetzung mit der Basis dieser Anschauung. Dem Privateigentum. Was ist es? Woher kommt das Recht, etwas alleine und ausschließlich zu besitzen? Die einfachste Antwort darauf lautet, dass man es sich durch Arbeit verdient hat. Als Beispiel möchte ich hier Bill Gates anführen, einen der reichsten Menschen des Planeten. Sicherlich hat er mit Windows quasi jeden Menschen beeinflusst und jeder "profitiert" von seiner Erfindung, aber ist das gleichzusetzen mit "Verdienst"? Die Liberale Idee geht davon aus, dass er es verdient hat, weil er es mit seiner Hände Arbeit hergestellt hat, er also individuell etwas geleistet hat. Aber man stelle sich vor, der junge Bill wäre als Kleinkind von einem, von der Moderne unbeeinflussten, Stamm aufgezogen worden. Hätte er dennoch Windows erfunden? Ohne es zu wissen, ist es doch zu bezweifeln. Wo ist da also der Unterschied? Es ist die Gesellschaft in der er lebt, die ihn erzieht, bildet und versorgt. Ohne die Vielzahl Menschen, welche über sein Leben hinweg Einfluss auf ihn ausübten, wäre diese Erfindung also nicht möglich gewesen. Damit meine ich nicht nur alle vorherigen Erfindungen, die direkt Einfluss auf ihn hatten, die Tastatur, der Computer, die Elektrizität an sich. Ohne die sozialen Einflüsse von Familie, Freunden, sogar Fremden, die nur einmal mit ihm geredet haben, wäre er wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen eine solche Software zu produzieren.
Und selbst wenn, hätte die Gesellschaft ihn belächelt und keiner hätte etwas für seine Erfindung bezahlt, wäre er, ohne dass sich sonst etwas geändert hätte, nicht mehr so reich. Der bezahlte Preis ist in diesem Fall offensichtlich kein Maß für den inneren Wert seines Produkts. Also ist es auch in dieser Realität, in der Bill Gates Multimilliardär ist, vielleicht keines.
Sicherlich war die Erfindung von Windows eine der wichtigsten für die aktuelle Realität unserer Gesellschaft, aber ich möchte ein Auge dafür öffnen, dass Entwicklungen, Ideen, Erfindungen usw. möglicherweise nicht nur als individuelle, sondern kollektive Errungenschaften betrachtet werden können.
Demnach ist der Besitz, den man "besitzt", nicht immer gleich Eigentum, sondern ein gesellschaftliches Produkt, das verteilt wurde. Wodurch sich die Erkenntnis ergibt, dass Einnahmen des Staates, z.B. durch Steuern, weniger Diebstahl, als Ausgleich der ungleichen, fehlerhaften Verteilung durch den Markt darstellen.
Ich möchte diese Sicht nicht als die einzige Wahrheit verkünden, nur den Blick dafür schärfen, dass es noch etwas anderes als den liberalen Individualismus gibt. Ich möchte mit meiner Hypothese nicht direkt die Politik verändern, sondern vielmehr die Denkweise des Einzelnen. Jeder sollte sich, neben der liberalen Sichtweise, andere Modelle suchen und sie in die eigene Entscheidung und Haltung einbeziehen. Weder das eine noch das andere hat einen absoluten Wahrheitsanspruch, aber plurale Erklärungsmöglichkeiten weiten den Blick, um eine eigene Entscheidung fällen zu können und auf gemeinsamer Basis in einer Diskussion zu einem Konsens zu kommen.
Aufklärer - 25. Mai, 16:50